Aug 30 2008

Internet Explorer 8 Beta 2 ist erschienen!

Tag: TrendsPatrick @ 2:59 pm

Wie von Microsoft-Guru Bill Gates für den August angekündigt, erschien vor wenigen Tagen die zweite Betaversion des Internet Explorer 8.

War die vor über fast einem halben Jahr erschienene erste Beta vorrangig als Entwicklervorschau veröffentlicht worden, geht der Redmonder Konzern im firmeneigenen Blog davon aus, dass die neue Version jede Art von User ansprechen und begeistern wird.

Die Jahre in den Microsoft sich um bestehende Web-Standards kein bisschen kümmerte und stattdessen sein eigenes Süppchen kochte scheinen vorbei zu sein. Nach der Ankündigung, bei der Vorstellung des IE8, sich an die W3C-Vorgaben zu halten folgen nun auch weitere Schritte.

So streicht Microsoft im Standardmodus die Unterstützung von CSS-Expressions, auch dynamische Eigenschaften genannt. Diese werden nur noch im Quirksmodus des IE8 beziehungsweise im Strict-Modus des IE7, der mittels Button aktiviert werden kann, unterstützt.

Folgender Beispielcode zeigt eine CSS-Expression zur Überbrückungen der fehlenden max-width-Eigenschaft des Explorers:

div.class {
/* Internet Explorer */
width: expression(document.body.clientWidth> 600) ? "600px" : "auto";
/* Standards-compliant browsers */
max-width: 600px;
}

Im Gegenzug halten die in HTML4 und CSS2.1 eingeführten alternativen Stylesheet-Angaben die Unterstützung durch den Browser.

Noch sind zwei schwerwiegendere Probleme vorhanden, die Entwickler beim Testen ihrer Anwendungen im IE8 beachten müssen.

Das erste betrifft die Navigation und History von Ajax-Applikationen und die damit zusammenhängende cross-domain-Kommunikation, also das Verwenden von Daten und Skripten anderer, externer Seiten, das in Microsofts jüngstem Sprössling mittels window.location.hash geschieht.

Fehler Nummer Zwei besteht darin, dass das onload-Ereignis nicht zuverlässig ausgelöst wird.

Weitere wichtige Hinweise finden sich in den Release Notes.

Neben der angesprochenen Unterstützung aktueller Web-Standards legt Microsoft im zukünftigen IE viel Wert auf Sicherheit, im Besonderen in Bezug auf das genannte Cross-Domain-Skripting.

Um Anwender vor cross-site scripting-Angriffen (XSS) zu schützen, integrierten die Redmonder einen XSS-Filter, der im Falle einer böswilligen Attacke alle Anfragen an die betreffende Seite blockiert.

IE8 Beta 2 steht für alle 32- und 64-bit Versionen von Windows Vista, Windows XP, Windows Server 2003 und Windows Server 2008 in den Sprachen Englisch, Japanisch, Chinesisch (vereinfacht) und Deutsch zum Download bereit.


Jul 29 2008

querySelector-API des W3C erhält umfassende Browserunterstützung

Tag: TrendsPatrick @ 8:31 pm

Die in nahezu allen Frameworks wie jQuery, mooTools oder DomAssistant implementierte Selector-API, mit deren Hilfe es möglich ist, DOM-Elemente mittels CSS-Selektoren anzusprechen, wird in naher Zukunft von allen großern Browser nativ unterstützt.

So gab Microsoft bereits zur Vorstellung der ersten Beta des Internet Explorers 8 dessen Support des vom W3C als NodeSelector bezeichneten Interface-Vorschlags bekannt. Über die beiden neuen Methoden document.querySelectorAll() und document.querySelector() kann somit alternativ zu den bisherigen Funktionen auf DOM-Elemente zugegriffen werden.

// gibt alle divs mit der Klasse special zurück
document.querySelectorAll("div.special");
// gibt das erste div mit der Klasse special zurück
document.querySelector("div.special");

Seit geraumer Zeit wird die neue, schlanke Art des Zugriffs auf DOM vom Opera- und WebKit-Browser unterstützt. Auch Mozilla, als letzter in der Reihe der großen Webrenderer, kündigte für die Ende des Jahres zu erwartende Firefoxversion 3.1 an, die querySelector-Methoden zu unterstützen.

Die weiteren Neuerungen im FF3.1 betreffen die Unterstützung einer Text-API für Canvas und von border-images zur Rahmenbeschreibung.

Durch den nativen Support der Selektor-API sollten alle Frameworks im Grunde einen gehörigen Geschwindigkeitszuwachs erfahren, sobald diese auf die implementieren Browsermethoden zugreifen. Nach meiner Kenntnis nutze dies bisher jedoch nur DOMAssistant aus.


Jul 27 2008

Eigene Schriftarten – das ungeliebte Kind der Web-Entwicklung

Tag: TrendsPatrick @ 2:23 pm

Seit den Anfängen des Internetbooms, Mitte der Neunziger Jahre des vergangenen Jahrtausends, beschäftigt die Wahl der passenden Schriftart die Web-Designer auf dem gesamten Globus.

Das Einbinden von Schriften in Webprojekte ist von jeher ein breites und komplexes Themengebiet. Vor allem das große Problem der Rechte ließ bisher keinen einheitlich unterstützten Standard zu.

Microsoft führte 1997 / 98 mit dem Internet Explorer 4 das Embedded OpenType-Format (kurz: EOT), eine im stark komprimierte Version von OpenType, ein. Zum Erstellen von diesen eot-Dateien stellte das Redmonder Unternehmen das Web Embedding Fonts Tool (WEFT) zur Verfügung.

Eingebunden wurden diese Schriften über die @font-face-Definition in den internen oder externen Stylesheet-Angaben.

<style type="text/css">
@font-face { font-family:ajax; src:url(ajax.eot), url(ajax.pfr); }
</style>
...
<p style="font-family:ajax">Text in Garamond</p>

@font-face wurde vom W3C bereits Mitte 1998 mit CSS2 eingeführt, jedoch wegen mangelhafter Browserunterstützung in der Revision 2.1 wieder rausgestrichen.

Im zukünftigen, modular aufgebauten CSS3 wird diese Art der Fontbeschreibung in Form eines eigenen Webfonts Moduls in überarbeitet wiederbelebt. Nach aktuellem Stand sollen hierbei die folgenden Schriftformate unterstützt werden:

  • TrueDoc Portable Font Resource
  • Embedded OpenType (nach Vereinbarung zwischen Microsoft und dem W3C)
  • PostScript Type 1
  • TrueType
  • OpenType, einschließlich TrueType Open
  • TrueType with GX extensions
  • Speedo
  • Intellifont

Trotz der 10 jährigen Geschichte von @font-face halten sich die Browserentwickler aus den verschiedensten Gründen zurück, es in ihre Web-Renderer zu implementieren.

Doch was ist es, was die Mehrheit der Browserentwickler zurückhält? Ein Punkt ist die rechtliche Seite einer solchen Implementierung.

Jede Schriftartendatei unterliegt dem Urheberrecht, darf also nicht frei und ohne Erlaubnis des Autors veröffentlicht und verbreitet werden. Doch genau dies geschieht, wenn man eine solche Datei auf dem Webserver platziert und durch das Einbinden in die eigene Homepage praktisch jedem zugänglich macht.

Da dies eine Urheberrechtsverletzung darstellt, ist es durchaus möglich, dass nach dem Bekanntwerden rechtliche Schritte gegen den Websitebetreiber eingeleitet werden, oder er zumindest eine Abmahnung zugesandt bekommt.

Bei Bildern und schriftlichen Werken (Liedtexte, Bücher, …) wird im Internet bereits seit langem so verfahren.

Da die großen Firmen der Schrifterstellungsbranche verständlicher Weise Interesse daran haben, ihre Produkte weiterhin gegen Lizenzgebühren gut zu verkaufen, werden diese Druck auf die Browerentwickler ausüben um eine ausartende Verbreitung ihrer Werke zu verhindern.

Nach Jahren des Stillstandes scheint nun endlich Bewegung in Sachen Web-Fonts zu kommen.

So hat Microsoft jüngst, wie Bill Hill im IE8Blog berichtet, die Ascender Corporation, einem der größten Schriftersteller der USA, zur Unterstützung des EOT-Formates überzeugt.

Dank des Programmieres Dave Hyatt unterstützt der Webkit-Browser als erster Web-Fonts nach CSS3. Dadurch ist davon auszugehen, dass @font-face bald auch im weitaus verbreiteteren Safari in einer der nächsten Hauptversionen Einzug hält.

Mozilla wird sich mit Sicherheit nicht lumpen lassen und zur gegebener Zeit Firefox ebenfalls entsprechend nachrüsten.

Fazit:

Ich halt @font-face für eine interessante und überaus coole, aber auch gefährliche Sache – und das nicht wegen der rechtlichen Seite.

Meiner Meinung nach gefährlich ist der übertriebene Einbau. Stellt euch nur mal Seiten vor, die 10-20 verschiedende Schriftarten benutzen – ganz abgesehen von den unzählichen Schriften, die man nur mit Mühe lesen kann. Bedenklich dabei ist ebenso die Gesamtgröße der zu übertragenden Schriften.

Ich gehe fest davon aus, dass in den kommenden zwei Jahren Web-Fonts sehr an Bedeutung gewinnen.


Jun 14 2008

Opera legt mit Version 9.5 nach

Tag: TrendsPatrick @ 7:49 pm

Nach längere Entwicklungszeit und etlichen Vorabversionen erschien vor wenigen Tagen die nächste Hauptversion 9.5 des Opera-Browsers auf die die Programmierer wohl mit Recht stolz sein können. Die Liste der neuen Features hört sich interessant an und auch die vielen Performance-Verbesserungen versprechen positive Überraschungen.

Mit Opera Link haben die Entwickler nun ein Gegenstück zu Mozillas Weave-Projekt geschaffen. Beide Features ermöglichen es, Lesezeichen, Notizen und einzelne Einstellungen online mittels eines Accounts abzuspeichern und von jedem beliebigen Rechner aus zu nutzen.

Nach dem Eingeben eines Begriffes in die Adresszeile schaut Opera 9.5 nun automatisch in die Liste der besuchten Websites nach diesem Begriff, so dass man leichter zu bereits besuchten Internetseiten findet.

In Bezug auf Webstandards flossen jedoch noch nicht alle Änderungen vergangener Nightly Builds in die Version 9.5 ein, wodurch ein erfolgreiches Bestehen des Acid3-Tests nicht erreicht wird.

Neben zahlreichen Detailverbesserungen in den Bereichen Javascript, CSS und SVG wird ab sofort auch MathML zur Darstellung mathematischer Formeln unterstützt.

Von der Firefox-Erweiterung Firebug abgeschaut, wurde die Möglichkeit von Opera aus Webanwendungen mittels Opera Dragonfly, das sich noch in der Alpha-Phase befindet, zu debuggen.

Heruntergeladen werden kann der Browser im Download-Bereich der Opera-Homepage.


Jun 12 2008

Firefox 3: Mozilla ruft am 17. Juni zum Download Day 2008

Tag: TrendsPatrick @ 2:41 pm

Nun ist es endlich raus: Die 3. Generation des Firefox startet am 17. Juni. Mozilla setzt dieses Datum gezielt in Szene und ruft zum Download Day 2008 auf. Ziel ist es den Guinness Weltrekord an Downloads einer Datei innerhalb von 24 Stunden zu brechen.

Im Mittelpunkt des Firefox 3 stehen die drastische Geschwindigkeitserhöhung beim Ausführen von Javascript und das effizienter Speichermanagement, wodurch der neue Mozilla-Sprößling nur noch ein Drittel an Arbeitsspeicher im Vergleich zum Vorgänger benötigt. Desweiteren bringt FF3 gesteigerte Sicherheitsfeatures und eine einfachere und intuitivere Bedienung mit sich.

Der finale Firefox 3 wird sich kaum von den beiden zuletzten erschienen Release Candidates (Vorabversionen) unterscheiden.


Jun 05 2008

Bill Gates: IE8 Beta 2 kommt im August

Tag: TrendsPatrick @ 7:54 pm

Wie die Kollegen von InfoWorld.com berichten, sprach der abgetretene Microsoft-Guru Bill Gates anläßlich der derzeit in Orlando (Florida) stattfindenden TechEd Developers Conference unter anderem über die Entwicklung des hauseigenen Browsers Internet Explorer.

So sieht Gates den IE als Aushängeschild Microsofts in Sachen Web-Technologien. Es gesteht jedoch ein, dass Mozillas Firefox dem Internet Explorer schwer zusetzte, aber letztlich dazu beitrug die Entwicklung des MS-Browsers voranzutreiben und das eigene Produkt ingesamt innovativer zu gestalten.

Außerdem kündigt Gates an, dass die zweite Beta des kommenden IE8 noch im August diesen Jahres erscheinen wird. Welche Überraschungen und Features Microsoft in den neuen Sprößling hat einfließen lassen, wurde leider nicht verraten.


Mai 29 2008

Mit virtuellen Maschinen zu neuen Javascript-Geschwindigkeitsrekorden

Tag: TrendsPatrick @ 10:50 pm

In der vergangenen Woche erwähnte ich im Zusammenhang mit der Einführung von Video-Tags im Firefox die Zukunftspläne der Mozilla Foundation in Bezug auf Javascript. So planen die Entwickler in der Ende 2009 erscheinenden 4. Auflage des Alternativbrowsers Javascript als virtuelle Maschine laufen zu lassen, um so Skripte um ein vielfaches schneller ausführen zu lassen.

Jetzt meldet sich das Webkit-Lager zu diesem Thema zu Wort und stellt mit der SquirrelFish-Engine die wohl schnellste Javascript-Implemtierung vor, die – ebenso wie Mozillas künftige Tamarin-Engine – zur enormen Beschleunigung der Codeausführung auf Virtuelle Maschinen setzt. Die Entwickler des freien Browser, der von Apple im Safari verwendet wird, versprechen vollmundig von einem Geschwindigkeitszuwachs um den Faktor 4.

Es wird sicher noch etliche Zeit ins Land gehen bis SquirreFish im Safari Einzug halten wird. Dennoch kann man sehr gespannt sein, was Webkit da aus dem Hut zaubert, denn bereits die aktuell verwendete Javascript-Engine überzeugt in Geschwindigkeitstests.

Neu ist die Idee der virtuellen Maschinen nicht. So nutzt beispielsweise die Java-Plattform seit langer Zeit die hauseigene Java Virtual Machine (JVM), und auch Adobe integriete diese Technik in die neunte Flash-Generation.

Bei einer virtuellen Maschine wird der Programmcode in plattformunabhängigen Bytecode umgewandelt, der dann bei der Ausführung auf einen System in hardwarespezifischen Maschinencode übersetzt wird. Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Engine liegt – ähnlich wie bei Mehrkernprozessoren und Programmen, die von mehreren Kernen Gebrauch machen – in der dynamischen Optimierung und Lastverteilung, was zu einer schnelleren und effizienteren Codebearbeitung führt.


Mai 20 2008

Firefox 3.1 unterstützt HTML5-Videotags

Tag: TrendsPatrick @ 10:53 pm

Wenige Tage ist es her, da stellte die Mozilla Foundation den ersten (und wohlmöglich einzigen) Release Canidate des Firefox 3.0, der nochmals in Sachen Stabilität und Geschwindigkeit gegenüber den Betas zulegte, vor. Mit dem Erscheinen der finalen Version dürfte in den kommenden Wochen – ich gehe von spätestens Ende Juni aus – gerechnet werden. Doch bereits jetzt werfen die zukünftigen Mozillabrowser ihre Schatten in den Weiten des Web.

Noch Ende diesen Jahres steht die Version 3.1 des Firefox ins Haus. Mit an Bord ist dabei die Unterstützung des in HTML5 standardisierten Video-Tags. Dadurch wird es möglich sein Videos nativ durch den Browser, d.h. ohne Einsatz von Plugins wie Adobe Flash, wiederzugeben.

Völlig neu ist die Unterstützung durch die Browserhersteller nicht. Der Safari-Browser beherrscht den Support des neuen Video- als auch des Audio-Tags seit fast einem dreiviertel Jahr.

Uneinig sind sich die Browserentwickler jedoch über den zu verwendenden Codec. Während die Opera- und Mozilla-Fraktion auf den freien Ogg Theora-Codec setzt, nutzt das Apple-Lager den unter Lizenz stehenden H.264-Codec. Aufgrung von möglichen Softwarepatentverletzungen kann man davon ausgehen, dass Apple eine zusätzliche Unterstützung von Ogg Theora nicht implementieren wird, da sonst Klagen in Millionenhöhe auf Apple zukämen.

Mit Version 3.1 des Firefox wird auch die bereits für 3.0 versprochene Umsetzung von Cross-Site-XMLHttpRequests nachgereicht. Dadurch wird die bisher strikte Regel, dass AJAX-Anfragen nicht an fremde Webserver gesendet werden dürfen, aufgehoben. Ermöglich wird dies durch die Einführung von Access-Control Headers, die vorher prüfen, ob das Senden eines Request durch den fremden Webserver gestattet wird.

Doch damit nicht genug. Wahrscheinlich in der ersten Hälfte des Jahres 2009 wird der auf der Gecko-Engine 1.9.1 basierende Firefox 3.5 das Licht der Welt erblicken, ehe Ende 2009 gar die 4. Generation des feuerroten Browsers ansteht, die dann aber bereits die neu entwickelten Gecko-2-Render-Engine nutzt. Als große Neuerung steht dabei die Einführung einer virtuellen Maschine zur wesentlich effizienteren Javascript-Ausführung auf der Featureliste.


« Vorherige Seite